Briefe des Präsidenten 

Brief des Präsidenten vom 05. September 2012


Liebe Kolleginnen und Kollegen

Als eines der Themen, welche die Erfinder interessieren sollten, ist die unlängst eingeleitete sogenannte Energiewende. Für die Erfinder könnte diese Energiewende in dem Sinne interessant sein, weil sie ihre Ideen geltend machen können, welche die Durchführung der Energiewende unterstützen würden. Falls jemand aus unserem Verein eine Idee dieser oder einer anderen Art hat, so können wir dies während unseren monatlichen Zusammenkünften besprechen. Wenn das Mitglied der Meinung wäre, dass es nicht zweckmässig ist, seine Idee in der Öffentlichkeit zu besprechen, so kann er seine Idee mit mir persönlich besprechen. Ich bin nach einer Studienpause als Patentanwalt wieder aktiv tätig. Ich bin unter anderem auch als Patentanwalt in der Schweiz registriert. Seit 01. Juli 2011 gibt es das Schweizer Patentanwaltsgesetz (PAG). Die in der Schweiz registrierten Patentanwälte unterliegen den Bestimmungen dieses PAG. Gemäss Art. 10 PAG unterliegen Schweizer Patentanwälte der sogenannten Schweigepflicht, die bei den Rechtsanwälten bereits seit geraumer Zeit gilt. Die Schweigepflicht bedeutet, dass der Patentanwalt zur Verschwiegenheit über alle Geheimnisse verpflichtet ist, die ihm infolge seines Berufs anvertraut worden sind. Dies bedeutet für den hier besprochenen Fall, dass ich niemandem über die Ideen meiner Klienten etwas erzählen darf, solange sie als geheim gelten. (Bei den Patentanmeldungen endet diese Geheimhaltung mit der Veröffentlichung der Anmeldungsunterlagen durch das jeweilige Patentamt.) Folglich können mir unsere Mitglieder aber auch andere Personen vertrauensvoll über ihre Ideen berichten.

Während der genannten Studienpause habe ich mein Buch „Erfindungs- und Patentlehre“, 2010, geschrieben. Bekanntlich gilt als das Kernproblem bzw. als die Kernfrage des

Patentwesens der Entscheid darüber, ob im jeweils gegebenen Fall eine Erfindung vorliegt oder nicht. Die offiziellen Stellen haben keine klare Antwort auf diese Frage, wobei sie dies auch völlig offen zugeben. Man entscheidet diesbezüglich daher rein intuitiv. Dies bedeutet jedoch, dass man über keine rationale Begründung des jeweiligen Entscheides verfügt. In meinem Buch ist die genannte Entscheidungsweise dagegen klar und deutlich beschrieben und anhand von etwa zwanzig konkreten Beispielen näher erläutert. Mit solchen Kenntnissen kann ich mich auf die allerschwierigsten Fälle wagen. Dabei bin ich in der Lage, solche Fälle so zu bearbeiten, dass ich das meist Erreichbare für meine Klienten aus dem jeweiligen Fall heraushole. Spasses halber habe ich immer gesagt, wenn jemand mit seinen Problemen zu mir nicht kommt, der schadet sich selbst.

Während unserer Zusammenkunft im Juni dieses Jahres haben wir darüber gesprochen, dass wir im Rahmen der derzeitigen Diskussion über die Energiewende ein Atomkraftwerk besuchen werden. Das Datum dieses Besuches sowie weitere Einzelheiten betreffend diesen Besuch sollen während unserem September-Treffen beschlossen werden. Die Rede war vom Atomkraftwerk Gösgen. Damit wir dorthin nicht unvorbereitet fahren, werde ich während unserer September-Sitzung darüber berichten, wie ein Atomkraftwerk funktioniert usw. Dabei werde ich unter der Benützung meines Hellraumprojektors das Material verwenden, welches ich in der Zeitschrift „Schweizer Familie“, Oktober 2008, fand. Bringt Eure Familienmitglieder, Freunde und/oder Bekannte in diese Sitzung mit! Zeigt diesen dieses Schreiben!

Bei Marcel hat sich ein Journalist von Radio Aargau gemeldet und wünschte ein Gespräch mit einem der Repräsentanten eines „ungewöhnlichen Vereins“ zu sprechen. Marcel hat dieses Schreiben zur Beantwortung desselben an mich weitergeleitet. Ich habe dieses Schreiben in dem Sinne beantwortet, dass ein solches Gespräch möglich ist und zugleich habe ich in meiner Antwort die Situation in unserem Verein kurz geschildert. Den Text meiner Antwort können unsere Mitglieder während der September-Sitzung einsehen.

Bereits vor einiger Zeit ist Norbert mit der Idee gekommen, dass wir mit dem Erfinderverband in Zürich fusionieren sollten. Wegen dem Inhalt der Schilderung der Situation im Erfinderverband, welche wir von Norbert während der Juni-Zusammenkunft gehört haben, bin ich vielmehr der Meinung, dass wir den Mitgliedern des Zürcher Erfinderverbandes anbieten sollten, dass sie Mitglieder unseres Vereins werden können. Während der letzten Jahre war ich durch mein Studium der mentalen Vorgänge stark in Anspruch genommen, welche sich während der Entstehung von Erfindungen im Kopf der Erfinder abspielen. Diesbezüglich bin ich derzeit bereits so weit, dass ich sogar weiss, wie das menschliche Vorstellungsvermögen auf der neuronalen Ebene abläuft. Diese neurophysiologischen Erkenntnisse bilden die biologische Grundlage für die rationalen Entscheide über die Erfindungen. Dies alles kann als eine weltweite Sensation betrachtet werden – siehe dazu den vorstehenden Hinweis darauf, dass die offiziellen Stellen in sogar zugegebener Weise nicht einmal wissen, wo der Bereich der Erfindungen anfängt!

Mein genanntes Wissen könnte beispielweise dazu benützt werden, dass man den menschlichen kreativen Prozess mittels Computer simulieren kann usw. Mit diesen Ausführungen wollte ich andeuten, dass sich die Mitglieder unseres Vereins, die Mitglieder des Zürcher Verbandes aber auch neue Mitglieder unseres Vereins in der Zukunft mit sehr vielfältigen und sehr interessanten Aufgaben befassen könnten, wenn sie dies möchten.

Wenn die anwesenden Mitglieder während der nächsten Sitzung ebenfalls der Meinung wären, dass wir den „Zürchern“ die genannte oder ähnliche bzw. andere Art der Zusammenarbeit anbieten sollen, so können wir über den Text eines diesbezüglichen und an die „Zürcher“ gerichteten Schreibens nachdenken.

Wenn der Mensch vor ein Problem gestellt wird, welches er nicht sofort anhand seiner vorhandenen Kenntnisse lösen kann, dann steht der Mensch mehr oder weniger ohnmächtig da und wartet, ob der Zufall ihm hilft, das Problem zu lösen. Wenn dies der Zufall nicht tut, dann bleibt das Problem ungelöst, was unter Umständen sogar recht unangenehme Folgen haben kann. Denn der Mensch weiss es nicht, wie er die Lösung seines Problems in Angriff nehmen könnte. Wie ich dies bereits erwähnte, sind mir die einzelnen mentalen Schritte bekannt, welche zur Lösung von Problemen führen. Wenn der Mensch diese Kette von Lösungsschritten ebenfalls kennen würde, könnte er unverzüglich nach dem Auftreten des Problems damit anfangen, diese Kette von mentalen Schritten durchzuspielen. In dieser Weise könnte er, hoffentlich, die Lösung seines Problems finden.

Diese Überlegung führte mich zum Gedanken, dass eine Erfinderschule gegründet und betrieben werden sollte, in welcher den Besuchern die genannte Kette der mentalen Prozesse beigebracht werden könnte. Hier anschliessen befindet sich eine Liste mit den Einzelthemen (Merkblatt Nr. 145), welche in einer solchen Schule behandelt werden sollen. Diese Liste habe ich sowohl an das Sekretariat für die Wirtschaft (SECO) als auch an unser Eidgenössisches Institut für geistiges Eigentum (IGE) (das Patentamt) gesandt. Diese beiden höchsten Institutionen begrüssen in ihren Antwortschreiben die Idee der Erfinderschule. Während unserer September-Sitzung können die anwesenden Mitglieder diese Antwortschreiben einsehen. Es ist anzunehmen, dass diesen beiden höchsten Institutionen die Resultate der Umfrage bekannt sind, von welchen im ebenfalls beiliegenden Merkblatt Nr. 147 berichtet wird.

Es gibt Leute, welche die Erfinder für „etwas andere Menschen“ halten. Schuld daran sind die offiziellen Stellen, welche nicht in der Lage sind, klar zu bestimmen, was als Erfindung gilt. Dies führt dazu, dass die Vorstellungen darüber, was man für eine Erfindung halten kann, sehr breit gestreut sind. Manchmal kommt es dabei vor, dass es im Zusammenhang mit den Erfindungen zu bestimmten Auswüchsen kommt. Der Inhalt der beiliegenden Liste der Einzelthemen für die geplante Erfinderschule zeigt, dass das Erfindungswesen eine sogar wissenschaftliche Grundlagehat, und dass diese Grundlage gar nicht trivial ist. Dies überrascht jedoch nicht, weil man es auch weiss, dass viele Erfindungen, meistens hat das Publikum jedoch keine Kenntnis davon, welche Erfindungen es sind, ganz entschieden zur Verbesserung unserer Lebensqualität beitragen. Dies geschieht auch trotz der Kritik bestimmter „Propheten,“ welche in den meisten Fällen von den relevanten Sachverhalten keine oder nur sehr dürftige Kenntnisse haben. Um so weniger gelten ihre negativen Prophezeiungen hinsichtlich unserer Zukunft. Wer sich Sorgen über unsere Zukunft macht oder machen will, der muss zu allererst über diesbezügliche und gesicherte Sachkenntnisse verfügen. Unser Verein kann solchen „Bewegten“ zu solchen Kenntnissen verhelfen.

Aus diesem Brief des Präsidenten dürfte klar ersichtlich sein, dass unser Verein „sein Pulver noch lange nicht verschossen hat“, sondern im Gegenteil, dass unserem Verein noch sehr viele und interessante Aufgaben bevorstehen können. Zur Erfüllung solcher Aufgaben wären weitere Vereinsmitglieder allerdings erforderlich. Deswegen sollte sich jedes Mitglied unseres Vereins als seine eigene Aufgabe vornehmen, weitere Mitglieder zur aktiven Mitwirkung in unserem Verein zu gewinnen.

Die Kreativität ist eine der faszinierendsten Eigenschaften des Menschen. Die Kreativität ist jedoch zugleich auch eine der geheimnisvollsten Eigenschaften des Menschen. Dank den medizinischen Abbildungsverfahren, wie z. B. der Computertomographie, welche uns derzeit zur Verfügung stehen, können wir der Tätigkeit des Gehirns bis zu einem bestimmten Grad bereits zuschauen. Folglich kennen wir über das neurophysiologische Substrat der kreativen Tätigkeit heutzutage verhältnismässig viel, jedoch noch nicht alles. Meldet Euch bei uns, damit wir auf dem Gebiet der kreativen Tätigkeit weiter forschen können. Der Präsident wird Euch mit seinen Kenntnissen, welche er während seiner langjährigen Forschungsarbeit auf diesem Gebiet gewonnnen hat, bei Eurer Arbeit unterstützen. Als eine der möglichen Forschungsrichtungen könnte die Computersimulation der mentalen Vorgänge darstellen, welche sich während der kreativen Tätigkeit im Gehirn abspielen. Jedem Interessenten wäre es anheim gestellt, in welcher Richtung er forschen möchte. Solche Forschungsarbeiten könnten neue Impulse und neue Richtungen der Erfinderbewegung geben. Die Resultate solcher Forschungsarbeiten könnten unseren Industrieunternehmen bei der Lösung ihrer Probleme (siehe das beiliegende Merkblatt Nr. 147) zugute kommen.


Der Präsident des PEV

Sava V. Kulhavy